Manche Beziehungen fühlen sich eng an – zu eng. Wir leiden, passen uns an, übernehmen Verantwortung, die nicht unsere ist. Dahinter stecken oft unbewusste symbiotische Verstrickungen aus der Kindheit oder dem Familiensystem. In meiner Praxis arbeite ich mit energetischen, schamanischen und körperorientierten Methoden. In diesem Artikel teile ich, wie du solche Verstrickungen erkennst – und dich Schritt für Schritt daraus befreist.
Was ist eigentlich eine Symbiose oder eine symbiotische Verstrickung?
In meiner energetischen oder schamanischen Arbeit sind ja Verstrickungen alltäglich: „Du trägst etwas von deiner Mutter, deinem Vater, deiner Oma, deinem Opa …“ – und dann werden Rituale, Heilreisen und Techniken gemacht, um das zu lösen. Auch im QiGong beschäftigt man sich damit, um sein energetisches Feld zu klären. Auch andere körperorientierte Methoden wie Yoga, Atemarbeit können helfen, sich zu regulieren und wieder mehr zu sich selbst zu finden.
All das ist ein guter erster Schritt, und es können schon viele Veränderungsprozesse und Erkenntnisse angeregt werden. Auch tiefsitzende Blockaden durften sich schon mit lange unterdrückte Tränen lösen. Doch manchmal reicht es nicht aus, um wirkliche Veränderung herbeizuführen. Warum?
Weil viele unserer tiefsten inneren Schmerzen aus frühen Bindungserfahrungen stammen – aus Beziehungen, die uns geprägt haben, noch bevor wir sie bewusst erinnern können. Aus symbiotischen Verstrickungen, die wir als Kinder eingegangen sind, um Liebe, Sicherheit und Zugehörigkeit nicht zu verlieren. Diese Bindungsmuster waren notwendig. Doch sie wirken unbewusst weiter in unseren heutigen Beziehungen. Und sie tun weh.
Wenn du dich selbst oft zurücknimmst, dich für das Glück anderer verantwortlich fühlst, wenn du dich leer, abgeschnitten oder überfordert fühlst – dann kann es sein, dass du noch in einer solchen Verstrickung lebst. Vielleicht mit einem Elternteil. Vielleicht mit deinem Partner, deinem Kind, deinem Herkunftssystem. Vielleicht auch mit einer verstorbenen Person. Nach Prof. Franz Ruppert (Buch: Symbiose und Autonomie) könnten solche Verstrickungen bis zu 4 Generationen zurückgehen. Ich bin mir sicher, dass es viel weiter geht. Es gibt auch Studien zu Wunden, die einfach nicht heilen wollen (denken wir doch mal an die Kriegsgeneration mit den ständig offenen Beinen). Seelische Schmerzen, die tief in der Seele begraben wurden suchen sich selbst den Weg an die Oberfläche. Traumen Schmerzen, die nochmal gefühlt werden wollen, und erlöst zu werden. Tragen Kinder und Enkelkinder noch diese Last weiter, müssen wir uns bewusst werden, dass es nicht unsere ist. Hier ist ein Hineinspüren nicht förderlich.
Symbiotische Verstrickungen sind also nicht nur mental oder emotional – sie wirken auch körperlich und energetisch. Das ist oft der Fall, wenn sich bei körperlichen Beschwerden oft medizinisch kein Grund dafür finden lässt.
Der Weg aus einer Verstrickung beginnt mit Bewusstwerdung. Und er führt über echte Eigenverantwortung – nicht im Sinne von „du musst nur wollen“, sondern im Sinne von: du darfst fühlen, was war. Und dann wählen, was du heute brauchst. In dir. Für dich.
Alles Liebe,
Romana